Theopanu
 

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Die Kaiserin Theophanu

Sie kam als 12- oder 15jährige von Byzanz nach Rom, um dort Otto II. zu heiraten. Die Karte (s. Bild) zeigt Ihren damaligen Herrschaftsbereich an. Obwohl jung an Jahren war sie hochgebildet und brachte Künstler und eine beachtliche Mitgift mit, die Otto II. in seiner Hochzeitsurkunde (Kopie in der Kirche St. Pantaleon, s. Bild in Köln) um viele Provinzen und um die Stadt Boppard (s. Bild) erweiterte.

Theophanu (Mosaik und Sarkophag sind in St. Pantaleon in Köln) sicherte ihrem minderjährigen Sohn Otto III. mit 3 Jahren (siehe Kinderkrone) bereits seinen Thron und setzte sich erfolgreich gegen ihren Schwager Heinrich den Zänker und ihre Schwiegermutter Kaiserin Adelheid (Königin von Italien und Prinzessin aus Burgund) durch. Sie schenkte ihrer Schwägerin Äbtissin Mechthild von Essen die Goldene Madonna von Essen (siehe Bild). Ihre Handwerker fertigten im Kölner Dom das Gerokreuz (s. Bild) und ein Kreuz in Gerresheim (s. Bild der Stele) an. Im Essener Münster steht wie in Köln ein siebenarmiger Leuchter (s. Bild) und das Vortragekreuz von Mathilde und Otto (s. Bild).

Sie starb mit 39 Jahren in Nimwegen und wurde durch Kaiserin Adelheid (s. weiße Büste) ersetzt, die in die Vormundschaft über ihren Enkel Kaiser Otto III. eintrat. Sie unterband für ihre Schwieger-tochter jegliches ehrende Andenken.

Kaiser Otto III. starb mit Anfang 20. Sein Cousin Heinrich (Sohn Heinrich des Zänkers) ursurpierte seinen Thron, brachte die Kronjuwelen in seinen Besitz und ließ aus dem Geschirr Theophanus die Goldene Kanzel in Aachen (s. Bild) anfertigen. Theophanus Krone ließ er zu einem Evangeliar umarbeiten. Otto III. ließ sich im Aachener Dom (s. Leuchter mit den 12 Toren des Himmlischen Jerusalems) beisetzen.

Ihre Enkelin Königin Richeza von Polen erbte die Pfalz Saalfeld (s. Bild), die sich nach ihrem Tod Erzbischof Anno II. von Köln aneignete. Richeza lebte zeitweise in Klotten an der Mosel im Schatten der Burg (s. Bild) ihres Schwiegervaters. Statt in ihrer Klosterkirche in Brauweiler (s. Bild St. Nikolauskirche) beigesetzt zu werden, wurde ihr dies von Anno II. verweigert. Heute steht ihr Sarkophag (s. Bild) im Kölner Dom.

Theophanu hat sich als Ausländerin und ohne über eine eigene Hausmacht zu verfügen vor 1.000 Jahren in Deutschland erfolgreich durchgesetzt. Ihre faszinierende Lebensgeschichte, die von ihrer Schwiegermutter Kaiserin Adelheid in ihrer Biografie negativ kommentiert sowie von ihrem Neffen Kaiser Heinrich, der Otto als Nachfolger folgte, um große Teile ihres Erbes gebracht wurde, muss heute neu geschrieben werden. Diesem Anliegen dienen meine Vorträge.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
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