Gedicht 29 Weihnachten

Weihnachten

Leise rieselt die Werbung
auf die Käufer herab,
und süßer die Kassen
nie klingen
als zu der Weihnachtszeit,
Geschäftsleute singen
vom nachlassenden Umsatz befreit.
Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt,
so traurig und trist,
das dir aufgesteckt worden ist.

Zu Bethlehem ist wieder
ein Panzer entsprungen
und hat in Gaza viele
Granaten und Raketen
geboren.

Stille Nacht! Unheilige Nacht!
Was macht es schon aus,
wenn es in Gaza kracht?

Ihr Kinderlein kommet
zum Nikolaus
und sucht euch dort
Kriegsspielzeug aus.

Großmutters Bratäpfel
riechen schon angebrannt.
Macht auf die Tür,
die Tor macht weit!

Trauert Himmel
um die Gerechten,
sie schaffen es nicht,
die Soldaten zu ächten.

Ecce Homo,
Mensch betrachte,
schau dir diese
Weihnacht an!

Kling Käßlein, klingelingeling!
Kling Käßlein, kling!

19.6.1982

 

 
 

 

 

 

 
 
 
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